Stationäre Blitzer
Fest installierte Anlagen messen das Tempo an einem Punkt. Manche fallen auf, andere fügen sich in die Umgebung ein; die Sichtbarkeit hängt von Anlage und Land ab.
Stationäre Anlagen können Radar, Laser oder Fahrbahnsensoren nutzen; das Verfahren hängt vom Modell ab. Beweismittel können Messwert und Fotos oder Video verbinden. Manche Systeme nutzen aufeinanderfolgende Bilder zur Gegenprüfung. Sichtbarer Blitz, Infrarotlicht und Tageslichtaufnahmen sind unterschiedliche Möglichkeiten: Kein sichtbarer Blitz bedeutet nicht, dass keine Messung stattgefunden hat.
— Hersteller und Produktfamilien, die du in der Presse häufig hörst: Gatsometer (das niederländische Unternehmen, das im Englischen den Spitznamen "Gatso" geprägt hat), Vitronic Poliscan, Jenoptik / Robot, Truvelo D-cam, MultaRadar.
Mobile und handgeführte Anlagen
Dieselbe Messphysik, aber von der Polizei betrieben statt fest installiert.
Mobile Geräte können in der Hand, auf einem Stativ oder in einem Fahrzeug eingesetzt werden und je nach Modell Radar oder Laser nutzen. Die Standorte wechseln. Manche Datenbankprodukte enthalten gemeldete mobile Messstellen; ein Karteneintrag belegt aber keine aktuelle Kontrolle. Unsere App bietet keine Live-Erkennung mobiler Kontrollen.
Abschnittskontrolle (Section Control / SPECS / Tutor)
Ein Kamerapaar (oder eine Kette) kontrolliert das Tempolimit über eine Strecke, nicht an einem Punkt.
Kameras lesen das Kennzeichen an Messstellen und erfassen die Zeit. Strecke geteilt durch Fahrzeit ergibt das Durchschnittstempo im Abschnitt. Entscheidend ist die gesamte Fahrt zwischen den Messstellen, nicht nur das Tempo direkt an einer Kamera.
— Bekannte Bezeichnungen sind SPECS in Großbritannien, Tutor in Italien, radar tronçon in Frankreich und Section Control in Österreich. Gemeinsam ist das Prinzip Strecke durch Zeit; Geräte und Betriebsregeln können sich unterscheiden.
Deutschland hat einen Section-Control-Pilot auf der B6 bei Hannover betrieben, der 2024 ausgesetzt wurde; in den Nachbarländern bleibt die Technologie weit verbreitet.
Rotlichtblitzer
Erfassen Fahrzeuge, die nach Umschalten auf Rot in den Knotenpunkt einfahren.
Die Auslösung erfolgt entweder über Induktionsschleifen (ein Stromimpuls feuert, sobald ein Fahrzeug bei Rot die Haltelinie überfährt) oder per Video-Analyse (die Kamera erkennt Ampelfarbe und Fahrzeugposition gemeinsam). Üblich sind zwei Aufnahmen, um zu belegen, dass das Fahrzeug tatsächlich weitergefahren ist und nicht auf der Linie stehengeblieben ist. Rotlichtkontrolle misst in der Regel nicht die Geschwindigkeit.
Kombi-Anlagen (Geschwindigkeit + Rotlicht)
Ein Gerät, zwei Aufgaben — eingesetzt an Knotenpunkten, an denen sowohl Tempolimit als auch Rotphase relevant sind.
Bei Grün oder Gelb arbeitet das Gerät als stationärer Blitzer. Bei Rot fotografiert dieselbe Hardware Fahrzeuge, die in den Kreuzungsbereich einfahren. Solche Anlagen findet man häufig an risikoreichen innerörtlichen Kreuzungen.
ANPR-Kameras
Kameras, die dein Kennzeichen in Echtzeit lesen.
ANPR steht für Automatic Number Plate Recognition, die automatische Kennzeichenerkennung. Sie liest das Fahrzeugkennzeichen und kann Maut, Zufahrtskontrollen, Parken oder polizeiliche Fahrzeugprüfungen unterstützen. Mit Zeitstempeln an bekannten Punkten ermöglicht sie Abschnittsmessungen. Das Kennzeichen allein misst weder Tempo noch identifiziert es den Fahrer.
Gefahrenzonen (Frankreich)
Ein Warnbereich auf einer Strecke, keine Kamera und kein Messgerät.
Französische Regeln beschränken Hinweise auf Standorte von Kontrollgeräten. Eine Gefahrenzone markiert einen Streckenabschnitt zur erhöhten Aufmerksamkeit statt eines exakten Kamerapunkts. Unsere App nutzt in Frankreich eine regionale Zonendarstellung. Aussehen oder Länge einer Zone belegen für sich keine Rechtmäßigkeit; die amtlichen Regeln findest du im Länderleitfaden.
Seltenere Bauarten
Begegnen dir gelegentlich — meist sind es nicht das, was im Alltag "Blitzer" heißt.
Busspur-Kameras (Sonderfahrstreifen-Kontrolle), Gewichts-Kameras (Nutzfahrzeuge), Höhenkontroll-Kameras (Tunnel und Brücken), Überhol-Verbots-Kameras (bestimmte Autobahnabschnitte) und stationäre Polizeikontrollpunkte. Die meisten messen keine Geschwindigkeit; manche fotografieren gar nicht und lösen lediglich einen Alarm für eine nachgelagerte Kontrolle aus.