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Sind Blitzer-Apps legal? Länderweise Übersicht

Referenztabelle für 26 Länder. POI-Hinweis-Apps und Radarwarner sind rechtlich zwei verschiedene Dinge — die Tabelle behandelt sie getrennt und verlinkt die jeweilige offizielle Quelle.

Stand Mai 2026. Informativ, keine Rechtsberatung.

Sind Blitzer-Apps legal? Länderweise Übersicht (2026)

Kurze Antwort

In den meisten Ländern sind Blitzer-*Hinweis*-Apps (jene, die Ihre GPS-Position mit einer veröffentlichten Datenbank abgleichen) legal. Aktive *Radarwarner* — Geräte, die Polizeisignale aufspüren — sind in fast ganz Europa und in zwei US-Jurisdiktionen verboten. Die klarsten Ausnahmen für Hinweis-Apps: Schweiz (komplett verboten), Deutschland (für Beifahrer erlaubt, nicht für den Fahrer) und Frankreich (nur "zones de danger", keine Punktlokationen). Einige Länder — Österreich, Slowakei, Tschechien, Irland — liegen in einer rechtlichen Grauzone, in der seriöse Apps die Funktion mit dem Hinweis zeigen, die lokale Rechtslage zu prüfen. Apps passen sich pro Land automatisch an.

Zwei verschiedene Dinge — bitte nicht verwechseln

POI-Hinweis-Apps

Software, die vor *bekannten, festen* Blitzer-Standorten aus einer veröffentlichten Datenbank warnt. Beispiele: unsere App, Waze, Radarbot, TomTom AmiGO. Sie spüren nichts auf — sie gleichen Ihre GPS-Position mit einer Liste ab. In aller Regel legal.

Aktive Radar- / Laserwarner und -Störsender

Hardware, die das Funk- oder Lasersignal eines Polizei-Messgeräts abfängt (oder stört). In großen Teilen Europas und in einigen US-/CA-Jurisdiktionen verboten. Schon der bloße Besitz reicht teils für ein Bußgeld.

Ein Land, das Radarwarner verbietet, verbietet damit nicht automatisch POI-Apps. Lesen Sie jede Zeile sorgfältig.

Länder-Referenz

Legal Beschränkt Verboten
Legalität von POI-Hinweis-Apps und aktiven Radarwarnern pro Land, Stand Mai 2026.
Land POI-Hinweis-Apps Radarwarner Hinweise
Deutschland Beschränkt Verboten POI-Nutzung *während der Fahrt* ist eine Ordnungswidrigkeit nach §23 Abs. 1c StVO (75 € + 1 Punkt). Das OLG Karlsruhe (Feb. 2023) hat die Haftung auch auf Beifahrer ausgeweitet, die die App für den Fahrer bedienen.
Frankreich Beschränkt Verboten Apps müssen "zones de danger" zeigen statt exakte Blitzer-Koordinaten (LOPPSI 2, 2011, in Kraft seit 3. Januar 2012).
Vereinigtes Königreich Legal Verboten GPS-Hinweis-Apps erlaubt; aktive Störsender nach Section 26 Road Traffic Act 1988 verboten. Handy-Regeln gelten weiterhin.
Spanien Legal Verboten Die DGT veröffentlicht Standorte fest installierter Blitzer; darauf basierende Apps sind ausdrücklich erlaubt. Detektoren: 200 € + 3 Punkte; Störsender 6.000 € + 6 Punkte.
Italien Legal Verboten GPS-Apps werden breit genutzt; aktive Radar-Detektion ist verboten. Stationäre Blitzer müssen ausgeschildert werden.
Niederlande Legal Verboten Flitsmeister und ähnliche Apps offen im Einsatz. Forderungen nach einem Verbot blieben bisher ohne Erfolg.
Belgien Legal Verboten Apps bleiben Stand Mai 2026 legal trotz Vias-Vorstoß 2024 für ein Verbot. Detektoren nach Art. 62bis Verkehrsgesetz verboten.
Schweiz Verboten Verboten Art. 57b SVG verbietet jedes Gerät und jede App, die vor Geschwindigkeitskontrollen warnt — auch Handy-Apps. Schon der Besitz ist strafbar; Bußen üblich CHF 200–1.000+.
Österreich Beschränkt Verboten Die Rechtslage zu GPS-POI-Hinweisen ist unklar — teils als verbotene "Ankündigungs"-Geräte behandelt, aber kaum durchgesetzt. Eine rechtliche Grauzone; mit Vorsicht nutzen.
Portugal Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt; Vorschriften wurden in den letzten Jahren gelockert.
Irland Legal Verboten GPS-Apps erlaubt.
Dänemark Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt.
Schweden Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt.
Norwegen Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt.
Finnland Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt; gegenüber Detektoren am wenigsten streng der nordischen Länder, aber dennoch verboten.
Polen Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt; Detektor-Nutzung ≈ 500 € Bußgeld.
Tschechien Legal Verboten GPS-POI-Hinweise erlaubt; aktive Detektoren verboten (Störsender besonders streng geahndet).
Slowakei Beschränkt Verboten Die Regeln zu POI-Radarwarnern sind unklar — ein berichtetes Nutzungs-Bußgeld (~150 €) existiert, Umfang und Durchsetzung sind aber unklar ("ban with backdoors"). Als rechtliche Grauzone behandeln.
Rumänien Legal Legal GPS-POI-Apps nicht ausdrücklich verboten; Detektoren für Privatnutzung toleriert (ungewöhnlich für die EU). Neues e-SIGUR-Netz fester Blitzer 2025 auf Autobahnen ausgerollt.
Ungarn Legal Beschränkt GPS-POI-Hinweise ausdrücklich erlaubt; Detektor-Status uneinheitlich — vor Ort prüfen.
Griechenland Beschränkt Verboten Beschränkungen für Warnsysteme inklusive Handy-Apps dokumentiert; Vollzugsdetails unklar. Detektor-Bußgelder berichtet bis 2.000 € (Highway Code Art. 20(14)).
USA Legal Beschränkt POI-/GPS-Apps in allen 50 Bundesstaaten + DC legal. Aktive Detektoren in Virginia und Washington DC für Privatfahrzeuge verboten; bundesweit in Nutzfahrzeugen >10.000 lb verboten; zusätzlich in Nutzfahrzeugen verboten in IL, IA, MN, NJ, NY, VA, DC.
Kanada Legal Beschränkt POI-Apps bundesweit legal. Detektoren legal in BC, AB, SK; verboten in MB, ON, QC, NB, NS, PE, NL — schon Besitz kann zur Beschlagnahme führen.
Australien Legal Verboten Eigenständige GPS-Datenbank-Hinweise legal. Aktive Detektoren in jedem Staat und Territorium verboten — Bußgelder im Tausenderbereich plus bis zu 9 Punkte.
Brasilien Legal Verboten CTB und CONTRAN verbieten Apps, die Blitzer-Informationen anzeigen, nicht; nur die aktive Störung der Messgeräte ist verboten. Handy-Regeln gelten weiterhin.

Wichtigste Märkte im Detail

Deutschland

Eine Blitzer-App auf dem iPhone zu installieren ist erlaubt. Sie als Fahrer während der Fahrt zu nutzen ist es nicht — §23 Abs. 1c StVO untersagt dem Fahrer, ein technisches Gerät zur Anzeige oder Störung von Verkehrskontrollmaßnahmen zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen. Die Sanktion: 75 € und ein Punkt in Flensburg. Das OLG Karlsruhe entschied im Februar 2023, dass die Haftung auch Beifahrer trifft, die die App für den Fahrer bedienen. Unsere App spielt Hinweise mit einem "Nur für Beifahrer"-Hinweis aus; vor der Fahrt sollte die Funktion deaktiviert werden.

bussgeldkatalog.org — Blitzer-App · OLG Karlsruhe Urteil (Feb. 2023)

Frankreich

Apps dürfen dem Fahrer nicht die exakte Position eines Blitzers anzeigen. Sie müssen stattdessen eine "zone de danger" zeigen — einen breiteren Bereich, typischerweise mehrere hundert Meter bis wenige Kilometer, in dem der Blitzer steht. Grundlage ist LOPPSI 2 ("Loi d'Orientation et de Programmation pour la Performance de la Sécurité Intérieure"), in Kraft seit 3. Januar 2012. Konforme Apps — auch unsere, TomTom AmiGO und die großen Navigationssysteme — schalten in den Zonen-Modus automatisch um, sobald Sie nach Frankreich einreisen. Die Sicherheitswirkung — erhöhte Aufmerksamkeit auf der ganzen Zone — bleibt; das Gesetz wird respektiert.

Connexion France — Radar-Detektor-Recht · Library of Congress — LOPPSI 2

Vereinigtes Königreich

GPS-basierte Blitzer-Hinweis-Apps sind im gesamten UK legal. Verboten sind aktive Geräte, die die Funkmessung der Polizei stören oder *aufspüren* — Section 26 Road Traffic Act 1988 erfasst Störsender und aktive Interferenz. Apps, die schlicht Ihre GPS-Position lesen und mit bekannten festen Blitzer-Standorten abgleichen, fallen nicht darunter. Handy-Regeln gelten weiter (App muss freihändig / am Halter sitzen); die allgemeinen Vorschriften nach §41D RTA 1988 gelten für jede Handy-Nutzung beim Fahren.

Confused.com — Radar-Detektoren · Road Angel — UK Speed-Kamera-Detektoren

Spanien

POI-Apps sind legal — die DGT veröffentlicht selbst die Standorte fester Blitzer in maschinenlesbarer Form. Aktive Radar-Detektoren (Geräte, die Polizeisignale aufspüren) sind verboten: 200 € + 3 Punkte für die Nutzung; Störsender 6.000 € + 6 Punkte. 2024–26 gab es Vorschläge, Waze und ähnliche Apps zur Entfernung der Blitzer-Hinweise in Spanien zu verpflichten — kein Gesetz wurde bisher beschlossen. Bis zur Änderung blenden unsere App und Wettbewerber Hinweise weiterhin ein.

Gadgeting Car — Spanien Detektor-Recht · Euro Weekly News — DGT-Vorschlag

Italien

GPS-Apps und Waze werden in Italien breit genutzt und sind in der Praxis legal. Das Gesetz von 2003 verlangt, dass feste Blitzer mit dem Schild "Controllo elettronico della velocità" ausgeschildert werden — eine Transparenzregel, die Fahrern bereits eine faire Vorwarnung gibt. Aktive Radar-*Detektion* ist verboten. Italiens "Tutor"-System (betrieben von Autostrade per l'Italia) ist eines der umfangreichsten Section-Control-Netze Europas.

Sixt Magazin — Speed-Kamera-Detektoren · Italy Chronicles — Blitzer in Italien

USA

POI-Hinweis-Apps (Waze, Radarbot, unsere App etc.) sind in allen 50 Bundesstaaten und DC legal. Aktive Radar-Detektoren sind eine andere Geschichte: für Privatfahrzeuge in 49 Staaten legal, in **Virginia** und **Washington, D.C.** verboten. Bundesweit in Nutzfahrzeugen über 10.000 lb verboten; einige Staaten (IL, IA, MN, NJ, NY, VA, DC) erweitern das Verbot auf leichtere Nutzfahrzeuge. In Virginia kann allein der Besitz eines Detektors — auch ausgeschaltet — zur Beschlagnahme führen.

Uniden — Detektor-Recht nach Bundesstaat · Insurance.com — Radar-Recht in den USA

Wie die App rechtskonform bleibt

Die App liest das Land, in dem Sie sich befinden (per GPS, mit sinnvollem Fallback) und passt das Hinweisverhalten an die jeweilige Rechtslage an:

Frankreich

Blitzer-Standorte werden zu breiten "zones de danger" zusammengefasst — keine Punkthinweise.

Schweiz

Blitzer-Funktion standardmäßig deaktiviert. Art. 57b SVG verbietet jedes Warnsystem.

Deutschland

Volle Hinweise, mit "Nur für Beifahrer"-Hinweis — die Nutzung als Fahrer ist nach §23 Abs. 1c StVO beschränkt.

Österreich, Tschechien, Irland, Slowakei

Volle Hinweise, mit dem Hinweis, die lokale Rechtslage zu prüfen — diese Länder liegen in einer rechtlichen Grauzone.

Alle übrigen unterstützten Länder

Standard-Hinweise; keine länderspezifischen Beschränkungen.

Informativ, keine Rechtsberatung

Diese Seite fasst öffentlich verfügbare Informationen aus den genannten Quellen zusammen, Stand Mai 2026. Sie dient der allgemeinen Orientierung und stellt keine Rechtsberatung dar. Blitzer- und Radarwarner-Recht kann sich kurzfristig ändern — prüfen Sie vor Verlassen auf eine Funktion immer die aktuellen Vorschriften in Ihrer Jurisdiktion.

FAQ zur Rechtslage

Überwiegend ja. Die klarsten Ausnahmen sind Schweiz (komplett verboten), Deutschland (nur für Beifahrer erlaubt, nicht für den Fahrer) und Frankreich (exakte Standorte verboten — nur "zones de danger" erlaubt). Einige Länder — Österreich, Slowakei, Tschechien, Irland — liegen in einer rechtlichen Grauzone. Überall sonst in unserer Tabelle sind GPS-basierte POI-Apps legal, während aktive Radarwarner fast in ganz Europa verboten sind.

Weil Waze die Funktion an die lokale Rechtslage anpasst. Die Blitzer-Hinweisebene ist in Jurisdiktionen wie Deutschland (aktive Fahrer-Nutzung verboten) und der Schweiz (jedes Warngerät verboten) deaktiviert. In Frankreich werden Hinweise gemäß LOPPSI 2 in breitere "zones de danger" umgewandelt.

Ja — 75 € plus 1 Punkt in Flensburg, wenn Sie (oder ein Beifahrer, der Ihnen hilft) die Hinweisfunktion während der Fahrt nutzen. Das Urteil des OLG Karlsruhe vom Februar 2023 hat die Haftung ausdrücklich auf Beifahrer ausgeweitet, die die App für den Fahrer bedienen. Die App zu installieren ist erlaubt; sie als Fahrer zu nutzen nicht.

Nur wenn Ihre App *exakte* Blitzer-Koordinaten anzeigt statt der gesetzlich vorgeschriebenen "zones de danger". Konforme Apps — unsere eingeschlossen — schalten beim Eintritt in Frankreich automatisch in den Zonen-Modus um, also ist die alltägliche Nutzung unproblematisch.

Ja — schon der Besitz ist nach Art. 57b SVG strafbar; das Gerät wird beschlagnahmt, Bußen liegen üblicherweise im Bereich CHF 200–1.000+. Unsere App deaktiviert die Blitzer-Funktion in der Schweiz standardmäßig.

§23 Abs. 1c StVO (Straßenverkehrs-Ordnung). Es untersagt dem Fahrer, ein technisches Gerät zur Anzeige oder Störung von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen. Das Urteil des OLG Karlsruhe vom 7. Februar 2023 hat die Haftung auf Beifahrer ausgeweitet, die die App für den Fahrer bedienen.

LOPPSI 2 ("Loi d'Orientation et de Programmation pour la Performance de la Sécurité Intérieure"), veröffentlicht im Journal Officiel am 15. März 2011 und in Kraft seit 3. Januar 2012. Seitdem ist es Navigationshilfen verboten, Hinweise auf die exakte Position von Blitzern zu erhalten; die breiteren "zones de danger" sind dagegen erlaubt.

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