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title: "GPS und Auto-Tacho: Genauigkeit erklärt – speedometer.app"
description: "Warum zeigt der Tacho zu viel an? Die gesetzliche Tachoabweichung, der Einfluss der Reifen und wie du Tacho und GPS sinnvoll vergleichst."
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GPS-Genauigkeit Auto-Tachometer Geschwindigkeitsmessung

# GPS-Geschwindigkeit und Auto-Tacho: Warum Werte abweichen

Warum zeigt der Tacho zu viel an? Die gesetzliche Tachoabweichung, der Einfluss der Reifen und wie du Tacho und GPS sinnvoll vergleichst.

speedometer.app team

16\. Oktober 2025

Aktualisiert 26\. September 2026

8 Min. Lesezeit

![GPS-Geschwindigkeit und Auto-Tacho: Warum Werte abweichen](/images/blog/gps-vs-car-speedometer.jpg)

Inhaltsverzeichnis

**Kurz gesagt:** In der EU und in anderen Ländern, die die [UN-Regelung Nr. 39](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L_202501902) anwenden, darf der Tacho eines neuen Autos nie weniger als die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen, innerhalb einer festen Grenze aber mehr. Zeigt der Tacho etwas mehr an als das GPS, kann das also normal sein. Darüber hinaus können eine andere Reifengröße, kleinere oder abgefahrene Reifen oder ein Kalibrierungs- oder Sensorfehler die Anzeige weiter verschieben. Ein Vergleich bei gleichmäßiger Geschwindigkeit hilft, diese Ursachen zu unterscheiden.

Eine Abweichung zwischen GPS und Fahrzeugtacho verrät nicht, welcher Wert stimmt. Beide nutzen unterschiedliche Eingaben, und die Anzeigen können sich auf verschiedene Zeitpunkte beziehen. Eine niedrigere Zahl oder ruhigere Anzeige beweist keine höhere Genauigkeit.

Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede anhand veröffentlichter Quellen. Er berichtet weder über einen neuen Fahrtest noch über einen gemessenen Genauigkeitsvorteil von speedometer.app.

## Warum zeigt mein Tacho zu viel an?

Meist steckt eine von drei Ursachen dahinter, wenn der Tacho mehr anzeigt, als du tatsächlich fährst:

1. **Eine eingebaute Toleranz.** Die Genehmigungsregeln für Neufahrzeuge verbieten einen Tacho, der zu wenig anzeigt. Eine etwas höhere Anzeige kann deshalb regelkonform sein. Die Zahlen stehen im nächsten Abschnitt.
2. **Reifen, die nicht zur Kalibrierung passen.** Ein radbasierter Tacho zählt Radumdrehungen. Kleinere oder abgefahrene Reifen legen pro Umdrehung weniger Weg zurück, daher zeigt der Tacho mehr an, als du fährst; größere Reifen bewirken das Gegenteil. Unser [Tachoabweichungs-Rechner für Reifengrößen](/de/tools/tire-size-speedometer-calculator/) schätzt den Effekt einer Größenänderung.
3. **Eine geänderte Kalibrierung oder ein Defekt.** Eine geänderte Einstellung, ein Sensorproblem oder ein Instrumentenfehler können die Anzeige ebenfalls verschieben. Springt die Nadel, fällt sie auf null oder bewegt sie sich unregelmäßig, ist das ein anderes Problem als eine gleichbleibende Abweichung; darum geht es in unserem [Ratgeber zum defekten Tacho](/de/broken-speedometer-replacement/).

Um das zu unterscheiden, vergleiche den Tacho bei einigen gleichmäßigen Geschwindigkeiten mit einem GPS-Wert, wie unten unter „So wird der Vergleich aussagekräftig“ beschrieben. Wächst der Unterschied proportional zur Geschwindigkeit, deutet das auf eine proportionale Ursache wie Reifengröße oder Kalibrierung hin. Auch der Handywert ist eine Schätzung; eine einzelne Abweichung beweist also nicht, dass eines der Instrumente falschliegt.

## Wie viel darf der Tacho vorgehen? Die gesetzliche Tachoabweichung

Die [UN-Regelung Nr. 39](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L_202501902) legt die Tachoprüfung für die Fahrzeuggenehmigung fest. Absatz 5.4 lautet: „Die angezeigte Geschwindigkeit darf nicht unter der tatsächlichen Geschwindigkeit des Fahrzeugs liegen.“ Bei den Prüfgeschwindigkeiten müssen die angezeigte Geschwindigkeit (V1) und die tatsächliche Geschwindigkeit (V2) die Beziehung **0 ≤ (V1 − V2) ≤ 0,1 V2 + 4 km/h** erfüllen. Einfach gesagt: nie unter der tatsächlichen Geschwindigkeit und höchstens 10 % davon plus 4 km/h darüber.

Höchste zulässige Anzeige nach Absatz 5.4 bei den Prüfgeschwindigkeiten für Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 150 km/h
| Tatsächliche Geschwindigkeit | Zulässige Anzeige |
| --- | --- |
| 40 km/h | 40 bis 48 km/h |
| 80 km/h | 80 bis 92 km/h |
| 120 km/h | 120 bis 136 km/h |

Die EU schreibt die UN-Regelung Nr. 39 für die Genehmigung von Fahrzeugen zur Personen- und Güterbeförderung über die [Verordnung (EU) 2019/2144](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32019R2144) vor. Die Regelung hat aber Grenzen:

- **Geprüft werden Neufahrzeuge mit ihren üblichen Reifen.** Die Regelung misst nicht, wie weit dein Auto heute abweicht. Bei den Prüfungen der Übereinstimmung der Produktion sind für diese Fahrzeuge bis zu 0,1 V2 + 6 km/h zulässig (Anhang 3).
- **Ein geprüftes Auto kann später abweichen.** Reifenwechsel, Verschleiß oder eine Reparatur können die Anzeige verändern.
- **Eine Toleranz ist keine Erlaubnis.** Sie ändert kein Tempolimit.

In den USA gelten andere Bundesregeln. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ihre bundesweite Norm für Tachometer und Kilometerzähler, FMVSS No. 127, im Jahr 1982 aufgehoben, wie eine [spätere NHTSA-Bekanntmachung (Englisch)](https://www.govinfo.gov/content/pkg/FR-1996-03-27/html/96-7425.htm) festhält. Übertrage die UN-Toleranz nicht ungeprüft auf ein Fahrzeug für den US-Markt; maßgeblich sind die Regeln im Land der Zulassung.

## Was die einzelnen Werte aussagen

Unterschiedliche Messungen erfordern unterschiedliche Prüfungen
| Anzeige | Datengrundlage | Wichtigste Grenze des Vergleichs |
| --- | --- | --- |
| Radbasierter Fahrzeugtacho | Raddrehung und Fahrzeugkalibrierung. | Reifenmaße und Kalibrierung beeinflussen den Bezug zur zurückgelegten Strecke. |
| Vom Handy gemeldete Geschwindigkeit | Aktuelle Schätzung seines Standortsystems. | Empfang, Gültigkeit und Zeitpunkt des Updates sind wichtig. |
| Schätzung aus zwei Positionen | Entfernung zwischen Messpunkten geteilt durch die verstrichene Zeit. | Positionsfehler und Kurven können zu Abweichungen vom tatsächlich zurückgelegten Weg führen. |
| Zeitmessung auf bekannter Strecke | Gemessene Strecke geteilt durch Fahrzeit. | Ergibt einen Mittelwert über das Intervall mit Strecken- und Zeitunsicherheit, keine momentane Referenz. |

## Warum Reifen und Kalibrierung wichtig sind

Ein radbasierter Tacho rechnet Drehungen über einen kalibrierten Zusammenhang in Geschwindigkeit um. Ändert sich der tatsächlich zurückgelegte Weg pro Umdrehung bei gleicher Kalibrierung, ändert sich dieser Zusammenhang. Reifengröße und Verschleiß können dazu beitragen. [Michelin erklärt den Einfluss geänderter Reifenmaße auf die Tachoanzeige](https://www.michelin.co.uk/auto/advice/tyre-basics/change-tyre-size).

**Strecke laut Kalibrierung**

Anzahl der Radumdrehungen × kalibrierter Umfang

Angenommener Umfang: **2,00 m**

**Zurückgelegte Strecke**

Gleiche Anzahl an Umdrehungen × tatsächlicher Abrollumfang

Angenommener Umfang: **2,10 m**

Nur ein geometrisches Beispiel: 2,10 m entsprechen 5 % mehr Weg pro Umdrehung als 2,00 m. Die Kalibrierung bleibt gleich; schlupffreies Rollen wird angenommen. Dies sind keine Fahrzeugmessungen.

Das Beispiel zeigt eine relative Änderung, nicht den Gesamtfehler eines echten Autos. Ein bereits vorhandener Anzeigefehler oder eine automatische Korrektur bleiben unberücksichtigt. Der Felgendurchmesser allein ist nicht der gesamte Abrollumfang des Reifens. Eine Rechnung mit Nenngrößen bildet nicht jeden Zustand eines belasteten Reifens ab.

Unser [Tachoabweichungs-Rechner für Reifengrößen](/de/tools/tire-size-speedometer-calculator/) schätzt den geometrischen Effekt einer Größenänderung. Er zertifiziert weder die Kalibrierung noch die Zulässigkeit einer anderen Größe für dein Fahrzeug.

## Warum die Schätzung des Handys abweichen kann

[Apple beschreibt die iPhone-Geschwindigkeit](https://developer.apple.com/documentation/corelocation/cllocation/speed) als Information: Die tatsächliche Geschwindigkeit kann sich zwischen Updates ändern, und ungültige Werte sind möglich. Bei einer noch sichtbaren Zahl kann deshalb eine Prüfung der Aktualität nötig sein.

Die Geschwindigkeit eines Handys wird nicht zwangsläufig nur aus zwei Koordinaten berechnet. Empfänger können Doppler-Beobachtungen nutzen, die mit relativer Bewegung zusammenhängen, wie die [GNSS-Erklärung der ESA](https://gssc.esa.int/navipedia/index.php/GNSS_Basic_Observables) beschreibt. Welche Sensoren und Berechnungen ein bestimmtes iPhone-Update erzeugt haben, ist damit nicht geklärt.

Auch Empfang und Empfängerbedingungen zählen. [GPS.gov unterscheidet die Genauigkeit des Satellitendienstes vom Ergebnis am Empfänger](https://www.gps.gov/gps-accuracy). Gebäude, Abschattung und die Bauweise des Empfängers können das Ergebnis beeinflussen. Im Browser kommt hinzu: [Der Webstandard erlaubt mehrere Standortquellen](https://www.w3.org/TR/geolocation/). Die Standortfreigabe bestätigt deshalb keine ausschließlich satellitengestützte Messung.

Mehr zu den Methoden unter [So funktionieren GPS-Tachos](/de/blog/how-gps-speedometers-work-science-behind-accuracy/). Fehlender Mobilfunkempfang und fehlendes brauchbares Satellitensignal sind verschiedene Probleme; unser [Offline-Ratgeber](/de/blog/gps-speed-tracking-without-internet/) erklärt den Unterschied.

## So wird der Vergleich aussagekräftig

1. **Im Stand vorbereiten.** Prüfe Einheiten, Standortfreigabe und eine sichere Handyposition. Bitte einen Mitfahrer, Beobachtungen festzuhalten, oder nutze eine geeignete kontrollierte Umgebung.
2. **Denselben Zeitraum vergleichen.** Achte auf gleichmäßige Bewegung und brauchbaren Empfang. Notiere verfügbare Zeitstempel. Ein verzögerter Wert während der Beschleunigung ist nicht direkt mit einem neueren vergleichbar.
3. **Bedingungen festhalten.** Notiere Gerät, App-Version, Einstellungen und Reifenangaben zusammen mit den Beobachtungen. Wiederhole den Vergleich, statt einen einzelnen Blick als Ergebnis zu werten.
4. **Die fehlende Referenz benennen.** Zwei abweichende Instrumente bestimmen nicht den absoluten Fehler eines der beiden. Eine Strecken-Zeit-Messung liefert einen Mittelwert über diese Strecke und dieses Intervall mit eigenen Unsicherheiten.

Ein funktionierender Fahrzeugtacho hängt nicht von den Standortupdates deines Handys ab. Erhöhe deine Fahrgeschwindigkeit nicht, weil das Handy weniger anzeigt. Vermutest du einen Instrumentenfehler, lass die Kalibrierung fahrzeugspezifisch prüfen, statt den Handyvergleich als Zertifizierung zu betrachten.

## Häufig gestellte Fragen

### Warum zeigt mein Tacho mehr an als das GPS?

Der Unterschied kann innerhalb der oben beschriebenen Genehmigungstoleranz liegen: Die Regeln verbieten eine zu niedrige Anzeige, erlauben aber eine etwas höhere. Kleinere oder abgefahrene Reifen können hinzukommen. Auch der Handywert ist eine Schätzung; vergleiche deshalb bei gleichmäßiger Geschwindigkeit und gutem Empfang, bevor du Schlüsse ziehst.

### Ist eine Tachoabweichung von 5 km/h normal?

Bei tatsächlich 80 km/h liegt eine Anzeige von 85 km/h innerhalb der Spanne, die die UN-Regelung Nr. 39 für die Genehmigung neuer Fahrzeuge zulässt; sie reicht bis 92 km/h. Das zeigt nicht, dass dein Auto die Regelung erfüllt oder danach genehmigt wurde. Ist die Abweichung nach einem Reifenwechsel entstanden oder wird sie größer, prüfe die Reifengröße und lass die Kalibrierung in einer Werkstatt kontrollieren.

### Stimmt der niedrigere GPS-Wert automatisch?

Nein. Kalibrierung, Standortfehler, Anzeigeverarbeitung und unterschiedliche Beobachtungszeiten können die Abweichung erklären. Weder der niedrigere Wert noch die ruhigere Anzeige beweist die tatsächliche Geschwindigkeit.

### Bedeutet eine Abweichung einen Defekt?

Nicht unbedingt. Vergleiche zuerst Einheiten, Aktualität und Bedingungen. Ortsunsicherheit in Metern ist zudem nicht dasselbe wie Geschwindigkeitsunsicherheit; [Apple dokumentiert die Geschwindigkeitsgenauigkeit getrennt](https://developer.apple.com/documentation/corelocation/cllocation/speedaccuracy). Eine Positionsgenauigkeit lässt sich nicht einfach als Geschwindigkeitsfehler umbeschriften.

### Ersetzt der Vergleich Kalibrierung oder Zulassung?

Nein. Er liefert Beobachtungen, keine unabhängige Kalibrierung oder Zulassung. Die geltenden Anforderungen hängen von Fahrzeug und Rechtsraum ab. Eine zulässige Instrumententoleranz verrät weder den tatsächlichen Fehler eines bestimmten Autos noch erlaubt sie das Überschreiten eines ausgeschilderten Tempolimits.

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